Warum mechanische Uhren regelmässig gewartet werden sollten

 


Jede mechanische Uhr braucht eine regelmässige Wartung !

Sie lassen Ihr Auto doch auch regelmässig warten ?! Wie bei Ihrem Auto ist die mechanische Uhr aus vielen einzelnen Komponenten gefertigt, die mehr oder weniger ständig miteinander arbeiten und somit auch einem Verschleiss unterliegen.

Daher sollte jede Uhr, wenn möglich, einmal im Jahr zu einer Wartung zu einem kompetenten Juwelier gegeben werden.

Die Uhr wird in alle Einzelteile zerlegt und kommt in ein Reinigungsbad - wenn Dieses nicht geschieht, kann der über die Jahre anfallende Stahlabrieb zusammen mit dem Öl in der Uhr eine Schmirgelwirkung entfalten. In den Zapfen entstehen Rillen, und schließlich brauchen die Teile immer mehr Kraft, um bewegt zu werden. Irgendwann kann die Uhr sogar stehen bleiben. Dann kann es richtig teuer werden, weil viele Teile ersetzt werden müssen.

Bei der Wartung sieht ein Uhrmacher alle Teile komplett mit der Lupe durch und überprüft sie auf Verschleiß. Abgenutzte Teile müssen ersetzt werden. Dabei sollten nur Original-Ersatzteile zum Einsatz kommen. Kunststoffdichtungen müssen regelmäßig ersetzt werden, und bei der Reinigung sollte auch die Zugfeder aus dem Federhaus genommen werden.

Der Aufwand für die Wartung ist unterschiedlich: Einfachere mechanische Uhren, die aus ungefähr 80 Teilen bestehen, könnte man schon in zwei bis drei Stunden warten. Eine komplizierte Uhr hingegen, die vielleicht noch weitere Komplikationen, wie Kalender und/oder eine Stoppuhrfunktion hat, kann aus bis zu 800 Teilen bestehen. Wenn sie dann noch ein Stahlarmband hat, das ebenfalls aufgearbeitet und neu poliert werden muss, kann die Wartung schon mal mehr als einen Arbeitstag in Anspruch nehmen.

Damit die anfallenden Arbeiten nicht allzu aufwendig werden, sollte man tunlichst einmal im Jahr seinen Chronometer auch auf Wasserdichtigkeit prüfen lassen. Das kostet allenfalls ein paar Euro - aber diese Ausgabe nicht getätigt zu haben, bereut man spätestens dann, wenn man seinen edlen Zeitmesser doch versehentlich "unter Wasser" gesetzt hat.

Unterscheiden muss man noch zwischen Revision ( Überholen/Instandsetzung des Uhrwerks ) und der Wartung des Gehäuses.

Die Revision umfasst verschiedene Arbeitsschritte. Zuerst wird die Uhr zerlegt, um das Uhrwerk auszubauen. Die Funktion des Aufzugsmechanismus (Krone und Gangreserve) und der Hemmung wird geprüft. Das Zeigerwerk und das Räderwerk wird auf Funktionsfähigkeit geprüft, das Uhrwerk wird anschließend in seine Einzelteile zerlegt. Eventuell werden Zähne von Trieben und Rädern sowie deren Zapfen und Lager nachgearbeitet oder getauscht. Die Reinigung erfolgt meistens in einem Ultraschallbad. Die Unruh wird ausgewuchtet. Nach dem Zusammensetzen der Einzelteile wird die Hemmung justiert. Das Uhrwerk wird mit Uhrenöl geschmiert, woraufhin die Kontrolle der Funktion des wieder zusammengesetzten Uhrwerks erfolgt. Daraufhin werden das Zifferblatt und die Uhrzeiger montiert und nach einer Reglage das Uhrwerk wieder in das Gehäuse eingebaut.